Eröffnung der Musikfilmtage Oberaudorf

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modul musikfilmtage 2014Die magische Sieben

Es war als hätte ein unsichtbarer Regisseur am Drehbuch gefeilt: Wenige Stunden nach dem historischen Sieg der deutschen Elf im WM-Halbfinale über Brasilien mit 7:1 Toren wurden in Oberaudorf die siebten Musikfilmtage mit George Gachots neuen Dokumentarfilm „O Samba” eröffnet. Der Streifen eröffnet einen Blick auf die oftmals geschundene brasilianische Seele, die sich freud- wie schmerzvoll im Samba, dem brasilianischen Tanz mit afrikanischen Wurzeln offenbart. Im Gespräch mit dem Oberbayerischen Volksblatt (siehe Beitrag im Kulturteil) zeigte sich Regisseur Georges Gachot überzeugt, dass nur der Samba die Brasileiros nach diesem schwarzen Tag wieder aufrichten könne.

2014 musikfilmtage aicher-internetBei den Filmfestspielen in Cannes sagte Dokumentarfilmer Georges Gachot Organisator Markus Aicher zu, mit seinem Film die siebten Musikfilmtage nach Oberaudorf zu eröffnen. Der aus Zürich stammende Gachot wollte nach Ende der Veranstaltung eigentlich direkt zum Jerusalem Film Festival weiter reisen, doch der erneute Ausbruch des Nah-Ost-Konflikts machte diese Pläne zunichte. So nahm sich der im Inntal gestrandete Regisseur sehr viel Zeit für das oberbayerische Publikum und erläuterte auf sympathische Art seine aufflammende Liebe zum Samba, der Kunst- und Lebensform zugleich ist.

Gachot machte sich vor allem einen Namen durch Filmportraits von Komponisten und Interpreten. Er sei also mehr der klassischen Musik zugewandt, doch dann habe er die Spur des legendären Komponisten und Sänger Marino da Vila verfolgt, der mit Vila Isabel eine der populärsten Sambaschulen Rio de Janeiros repräsentiert.

Die Musik als Hauptdarsteller würdigte Ministerialrat Michael Roppelt, Filmreferent des bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, in seinem Grußwort. Er unterstrich den wirtschaftspolitischen Effekt des Medienstandorts Bayern. Die Musikfilmtage in Oberaudorf räumten der Musik den hohen Rang ein, der ihr gebühre, so der Ministerialrat durchaus poetisch.

2014 musikfilmtage stamm-wildgruber-internetEinen Dank an die „großartigen Menschen“, die die Musikfilmtage ermöglichen, sprach Landtagspräsidentin Barbara Stamm aus, die spontan zur Eröffnung der Musikfilmtage in Oberaudorf kam. Erfrischend fröhlich erläuterte sie diesen Entschluss, sei doch beim Filmfest in München immer die Rede von den Musikfilmtagen in Oberaudorf gewesen. „Aber da komm ich mal”, habe sie sich vorgenommen und diesen Vorsatz nun auch umgesetzt. Die Landtagspräsidentin unterstrich die große Bedeutung einer dezentralen Kulturförderung, wie der Erfolg der Oberaudorfer Musikfilmtage zeige.

Auf die stetig steigenden Besucherzahlen verwies Bürgermeister Hubert Wildgruber, der der gesamten Filmtage-Mannschaft von Herzen dankte. Dem schloss sich Initiator Markus Aicher an. Er verglich sein Team mit einer „Rockband”, die er immer schon gerne haben wollte. Aichers Wünsche gehen noch weiter: Oberaudorf soll wieder ein Kino bekommen, dazu werde man in Kürze eine Interessengemeinschaft gründen.

Zum Ende der Eröffnungsveranstaltung, die mit „Peter Riest, Idealist” noch ein weiteres Filmzuckerl offerierte, hielt sich der „unsichtbare“ Regisseur des Abends erneut ans Drehbuch und entließ die vielen Gäste genau sieben Minuten nach Anpifff des zweiten WM-Halbfinales Argentinien gegen Holland in die stilvoll eingerichtete Kino-Bar im Foyer des Haus des Gastes - natürlich zum „public viewing”.

Die Musikfilmtage Oberaudorf finden noch bis zum Sonntag, den 13.07.2014 statt.

Zur Homepage der Musikfilmtage Oberaudorf

Bilder und Text: Eva-Maria Gruber

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