Annafest auf dem Nußlberg am 24.07.2016

am .

annafest 2016 13 tremml yvonne internetAls bayerisch-katholischen Kraftort bezeichnete Professor Dr. Dr. Michael Langer in seiner Predigt die Gnadenkapelle „Zur Schmerzhaften Muttergottes“ auf dem Nußlberg. Vor 500 Jahren, im Mai 1516, erschien Maria Kindern aus der Mühlau, die dort oben weidende Schafe holen sollten. Mit einem feierlichen Festgottesdienst wurde dieser Marienerscheinung gedacht. Noch heute ist die Gnadenkapelle für viele Gläubige ein Zufluchtsort, der Trost und Heil spendet.

Bayerischer hätte dieser Festtag nicht sein können: Ein weiß-blauer Himmel wölbte sich über der malerisch gelegenen Gnadenstätte auf 882 Metern Höhe. In Festmontur umrahmte die Sensenschmied-Kapelle den Festgottesdienst, die Audorfer Gebirgsschützen erboten der Gottesmutter und der Heiligen Anna ein Ehrensalut, wurde doch zugleich traditionell das St. Anna-Fest gefeiert.

Festprediger Professor Dr. Dr. Michael Langer erinnerte an die Legende vom Nußlberg und verknüpfte diese zugleich mit der Sage vom Geist am Ramserer Stein. Darin kommt die Muttergottes einem jungen Burschen zu Hilfe, der auf dem Weg zum Kammerfensterln am Ramserer Stein, einer mächtigen Felswand Richtung Hocheck, von einem großen, schwarzen Hund gestellt wird und auf hastiger Flucht in steilem Gelände abstürzt. In seiner Not betet der Jüngling zur Gottesmutter: Er wird schnell gefunden „und seine Verletzungen heilten auffallend rasch, sodass er bald wieder ganz gesund wurde“, ist in den „Inntaler Sagen“ zu lesen. Noch heute künden viele Votivtafeln in der Kapelle von wunderbaren Heilsgeschichte – auch der neueren Zeit.

Der Nußlberg ist ein Berg, der heute noch im Zentrum zahlreicher Gehöfte und Ortschaften liegt. Von der Nord-, West- und Südseite ist er auf abwechslungsreichen Wegen begehbar. Die Gnadenstätte umfasst die kleine Wallfahrtskirche, eine Klause und eine Alm.

Am 26. November 1872 wurde der Grundstein für eine neue Kirche gelegt, die 1875 fertiggestellt wurde. Am Anna-Tag, 26. Juli 1875, wurde diese von Pfarrer Heinrich Gruber feierlich benediziert zu Ehren der schmerzhaften Mutter Gottes, deren Gnadenbild am gleichen Tage aus der alten Holzkapelle in die neue Kirche gebracht wurde (die alte hölzerne Kapelle wurde auf Walzen etwas von der Stelle geschoben, damit man die neue Kapelle genau auf dem Platz der alten errichten konnte).

Die nebenstehende Klause wurde wahrscheinlich Mitte des 17. Jahrhunderts gebaut. Damals scheint nämlich, wie aus den vorhandenen Votivtafeln geschlossen werden kann, die Wallfahrt in besonderer Blüte gestanden zu haben. Noch heute erfreut sich das kleine Kirchlein mit herrlichem Blick hinüber zum Wilden Kaiser großer Beliebtheit bei den Gläubigen: Jeden Dienstag ab 15 Uhr wird ein Gottesdienst gefeiert, den immer das Gebet zur schmerzhaften Muttergottes auf dem Nußlberg beendet. Eine Tradition, die auch bei der 500-Jahr-Feier nicht gebrochen wurde. Und zur Tradition gehörte natürlich auch die Bewirtung der vielen Messbesucher durch die Gebirgsschützen unter musikalischer Umrahmung der Sensenschmied-Musikkapelle.

Text: Eva-Maria Gruber, Bilder: Yvonne Tremml

Bildergalerie

Tourist Information Oberaudorf  |  Kufsteiner Str. 6  |  83080 Oberaudorf  |  Telefon +49 (0) 8033 - 30120